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Die größten Mythen zum Thema Abnehmen

Um kaum ein anderes Thema ranken sich so viele Mythen und Halbwahrheiten wie um das Thema Abnehmen. Beinahe täglich werden wir mit neuen Wunder-Diäten, geheimen Abnehmtricks und falschen Versprechungen konfrontiert. Doch was ist wirklich dran? In diesem Artikel haben wir uns die hartnäckigsten Abnehm-Mythen herausgesucht und erklären, warum der Mythos eben doch nur ein Mythos ist.

Zum Abnehmen muss man eine Diät machen

Es gibt mittlerweile schier unzählige Diäten und Diätmethoden und regelmäßig kommen neue dazu. Schon allein deshalb denken viele, dass man zum Abnehmen eine Diät machen muss. Doch das ist eben nur ein Mythos! Die meisten werden schon einmal vom so genannten Jojo-Effekt gehört haben. Und das nicht ohne Grund. Er belegt nämlich, dass Diäten langfristig geseheneine äußerst ineffektive Abnehm-Methode darstellen. Das liegt daran, dass Diäten fast immer nur für eine begrenzte Dauer ausgelegt sind. So kann es also durchaus sein, dass während der Diät die Pfunde etwas purzeln. Das Problem ist aber, dass diese verlorenen Pfunde nach der Diät fast immer schneller wieder drauf sind als einem lieb ist. Es gibt also durchaus sinnvollere Wege um erfolgreich und dauerhaft abzunehmen als eine Diät zu machen.

Wer abnehmen will muss einfach nur Sport machen

Einfach ein bisschen Sport machen und schon kann man essen, was und wieviel man will? Schön wär’s! Leider ist auch das nur ein Mythos. Richtig ist: Sport kann ein wichtiger Baustein im Abnehm-Plan sein. Immerhin werden je nach Sportart und Intensität etwa zwischen 200 und 900 kcal pro Stunde von unserem Körper verbrannt. Das Sport allerdings kein Allheilmittel sein kann wird klar, wenn man sich etwa vor Augen hält, dass 1 Liter Orangensaft ungefähr 450 kcal hat. Das bedeutet: Wer jeden Tag 1 Liter Orangensaft trinkt, muss je nach Lauftempo täglich ca. 30 – 40 Minuten Joggen gehen, um die über den Orangensaft aufgenommene Energie wieder zu verbrennen.

Problemzonen kann man mit speziellen Übrungen (z.B. Sit-ups) wegtrainieren

Den Bierbauch einfach durch 100 Sit-ups täglich wegtrainieren? Auch dieser Mythos funktioniert in der Realität blöderweise nicht. Entgegen der weit verbreiteten Meinung kann man sein Körperfett nämlich nicht lokal wegtrainieren. Geschlecht und Gene bestimmen zudem in erster Linie, an welchen Stellen der Körper seine Fettreserven am liebsten abspeichert. Außerdem ist es fraglich, wieviel Gewicht man durch 100 Sit-ups täglich überhaupt verliert. Mehr zum Thema Problemzonen loswerden gibt es in diesem Artikel: Gezielt an Problemzonen abnehmen.

„Ich bin nicht zu dick, ich habe nur schwere Knochen!“

Diesen Satz hört man von Übergewichtigen auch heute noch ab und an. Die Sache mit den schweren Knochen ist allerdings ebenfalls längst als Mythos entlarvt. Die Wahrheit ist: Das Skelett macht bei einem normalgewichtigen Menschen nur ungefähr 10 bis 15 Prozent seines Körpergewichts aus. Bei 70 Kg Körpergewicht sind das also insgesamt ca. 7 bis 10 Kg. Auch wenn das genaue Gewicht der Knochen von Mensch zu Mensch minimal schwankt, ist dieser Unterschied für das Gesamtgewicht ziemlich unbedeutend. Unterschiede von 5, 10 Kg oder gar mehr kommen so definitiv nicht zusammen.

Kohlenhydrate machen dick

Ein derzeit ziemlich angesagter Abnehm-Trend ist die so genannte Low-Carb-Diät. Bei dieser Diät geht es einfach gesagt darum, den Anteil der Kohlenhydrate in der Ernährung erheblich zu senken. Denn Kohlenhydrate machen ja bekanntlich dick. Doch tun sie das wirklich? Nein, das tun sie natürlich nicht. Jedenfalls nicht automatisch. Der menschliche Körper gewinnt sowohl aus Kohlenhydraten, Fett oder Eiweiß seine Energie und benötigt auch alle drei dieser Makronährstoffe. Ob man dick wird oder abnimmt, darüber entscheidet allerdings allein die Kalorienbilanz (= dem Körper zugeführte Energie – vom Körper verbrauchte Energie), nicht aber auf welche Art und Weise die Energie dem Körper zugeführt wurde. Allerdings sollte man trotzdem zwischen den unterschiedlichen Kohlenhydraten differenzieren, denn auch Zucker gehört zu den Kohlenhydraten. Zuckerhaltige Lebensmittel machen bekanntlich nicht lange satt, weil sie den Insulinspiegel Achterbahn fahren lassen und somit weiteren „Süßhunger“ verursachen. Durch diesen Teufelskreis essen viele Menschen letztendlich zu viele Kalorien – und das wiederum macht tatsächlich dick. Sinnvoller ist es stattdessen, seine Kohlenhydrate in Form von Vollkornprodukten zu sich zu nehmen. Diese enthalten wertvolle Ballaststoffe und machen viel länger satt.

Fett macht fett

Der Konsum von Fett macht uns selber auch fett und sollte deshalb möglichst vermieden werden. Richtig? Falsch! Das Fett hat teilweise zu unrecht einen so schlechten Ruf. Dieser liegt darin begründet, dass 1 g Fett mit 9,3 kcal mehr als doppelt soviel Energie enthält wie 1 g Kohlenhydrate oder Eiweiß (4,1 kcal). Außerdem stehen ungesättigte Fettsäuren im Verdacht, das Risiko, an Herz-Kreislauf-Krankheiten und Stoffwechselstörungen zu erkranken, zu erhöhen. Dennoch muss man beim Fett differenzieren. Zum einen kommt es beim Abnehmen langfristig immer auf die Gesamtkalorienbilanz an. Zum anderen ist Fett für den Menschen auch lebensnotwendig. Bestimmte Fettsäuren sind nämlich essentiell für den Körper – er kann sie selbst nicht herstellen. Es kommt also vor allem auf die Menge und die Art Fett an, die Sie konsumieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfielt eine maximale Aufnahme von 60 bis 80 g Fett täglich. Hauptsächlich sollte es sich dabei um pflanzliche Öle und Fette handeln, da diese gesünder für Sie sind.

Light-Produkte sind das Nonplusultra

Keine Frage, Light-Produkte sind in den letzten Jahren total in Mode gekommen. Die Idee hinter Light-Versionen hochkalorischer Lebensmittel klingt ja auch nur zu verlockend. Wer abnehmen will, ersetzt einfach die Kalorienbomben in seiner Ernährung durch entschärfte Light-Varianten und muss so gar nichts verändern und nimmt trotzdem ab. In der Praxis geht diese Rechnung allerdings meistens nicht auf. Der Hintergrund: Oftmals wird in Light-Produkten einfach Fett durch zusätzliche Kohlenhydrate ersetzt und der Energiegehalt der Gerichte ist am Ende wenn überhaupt nur unwesentlich geringer. Nimmt man dann noch den bekannten psychologischen Effekt hinzu, dass Light-Produkte aufgrund ihres scheinbar gesunden Images dazu verleiten, tendenziell größere Portionen zu essen, so können diese Produkte am Ende sogar kontraproduktiv für das Abnehmen sein.

Lebensmittel mit negativen Kalorien sind das Geheimnis

Möglicherweise haben Sie auch schon einmal davon gehört. Die Rede ist von den ominösen Lebensmitteln, bei denen der Körper für ihre Verdauung mehr Energie aufwenden muss als diese selbst enthalten. Mit der Hilfe solcher Lebensmittel kann man seinen Körper austricksen und die Kalorienbilanz seiner Ernährung zu seinem Vorteil manipulieren. Eine Nette Theorie! Das Problem an der Sache: es gibt leider keine Lebensmittel mit „negativen Kalorien“. Selbst wenn ein bestimmtes Lebensmittel so wenige Kalorien enthält, dass anzunehmen wäre, dass der Körper mehr Energie zur Verdauung aufwenden müsste, so geht diese Theorie in der Praxis leider nicht auf. Der Grund dafür ist einfach. Bei den Angaben zum Kaloriengehalt von Lebensmitteln ist die Energie, die zur Verdauung benötigt wird, nämlich bereits eingerechnet und abgezogen. Im Durchschnitt werden übrigens zwischen 10 und 20 Prozent der in Lebensmitteln enthaltenen Gesamtenergie für ihre Verdauung benötigt.

Mahlzeiten ausfallen lassen ist der Weg

Einfach das Frühstück weglassen und schon verschwinden die überschüssigen Kilos von alleine. Wenn Sie nach dieser Vorgabe handeln, dann tun Sie sich langfristig nichts Gutes. Zwar können durch das Weglassen von Mahlzeiten in der Theorie Kalorien eingespart werden, in der Praxis ist eine solche Ernährungsweise jedoch alles andere als ideal. Das Weglassen von Mahlzeiten sorgt dafür, dass der Körper nicht optimal mit Energie versorgt wird. Die Folge können Heißhungerattacken, Konzentrationsschwierigkeiten oder Müdigkeit sein. Außerdem haben Untersuchungen ergeben, dass das Weglassen von Mahlzeiten tendenziell dazu führt, dass bei den anderen Mahlzeiten dann eher über die Stränge geschlagen wird. Für das Abnehmen ist die Anzahl der Mahlzeiten eher unbedeutend, denn am Ende zählt hier die Kalorienbilanz. Tun Sie sich also lieber den Gefallen und essen Sie vernünftig – das heißt regelmäßg und vor allem gesund.

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